Die Madentherapie ist besonders wirksam bei aktuten traumatischen Wunden. Bei Patienten mit Wundinfektionen durch gramnegative Bakterien ist die Madentherapie ungeeignet, wogegen grampositive Keine, auch multiresitente, oft erfolgreich behandelt werden können. Chronische Beinulcera werden gemäß der Evidenz-basierten Medizin kausal behandelt, was ein Debridement durch Maden einschließen kann.
Die Larven leben von dem abgestorbenen Gewebe, welches im Zuge der Wundbehandlung störend sein kann. Eine Unterscheidung zwischen abgestorbenem Gewebe und lebenden Gewebe findet nur dann statt, wenn die Anzahl der Larven in einem ausgewogenen Verhältnis zum abgestorbenen Gewebe steht. Werden zu viele Larven eingesetzt, wird lebendes Gewebe angegriffen. Dieses wird vom Patienten als Schmerz empfunden. Ein Weiterführen der Therapie ist dann zu begründen - zum Beispiel dadurch, dass keine andere Alternative zur Verfügung steht. Eine effiziente Schmerztherapie ist dann einzuleiten. Die Larventherapie dient dem Debridement einer Wunde und ist besonders indiziert, wenn andere Methoden weniger geboten sind. Eine Wundheilung wird mit der Larventherapie nicht erreicht.
Bei Patienten mit eingeschränktem Schmerzempfinden, zum Beispiel bei Polyneuropathien wie sie bei Diabetikern häufig beobachtet werden, ist Schmerz als Warnung vor dem Abbau von lebendem Gewebe nicht zu erwarten. Hier sind die Dosierung und die pflegerische Kontrolle besonders sorgfältig durchzuführen. Kontraindiziert ist die Madentherapie bei Patienten die unter Hämophilie leiden oder mit Antikoagulanzien (z .B. Warfarin, Phenprocoumon) behandelt werden sowie in der Nähe von größeren Blutgefäßen. Wunden mit unzureichender Durchblutung dürfen nicht mit Larven behandelt werden, da dann die Gefahr des Gewebsverlustes besonders groß ist. Infektionen auf Wunden durch E.coli, Pseudomonas aeruginosa oder Proteus spec. müssen vor der Larventherapie antiseptisch behandelt werden. Wunden, bei denen das Risiko des Durchbruchs in Körperhöhlen existiert oder die in unmittelbarer Nähe von Körperöffnungen liegen, können nicht mit Larven behandelt werden. Patienten mit Allergie gegen para-Hydroxybenzoesäure (PHB) oder andere Larvenprodukte sind von einer Madentherapie ebenfalls auszuschließen.