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Fliege reinigt Wunde.









            Die Goldfliege
            Lucilia sericata

Wenn Sie Ihr Interesse auf diese Seite gelenkt haben, ist es wahrscheinlich, dass Sie oder einer Ihrer nahen Angehörigen an einer Wunde leiden. Wir haben Ihnen daher folgend Informationen zusammengestellt, die Ihnen helfen sollen zu bewerten, ob Ihnen eine Therapie mit Larven von Lucilia sericata helfen kann.


Madentherapie oder auch Larventherapie ist die Reinigung einer Wunde mit Larven der Goldfliege (Lucilia sericata) von abgestorbenen und devitalisiertem Gewebe (Débridement), welches bei der Behandlung der Wunde störend wirken kann. Sie stellt eine wichtige Alternative zum chirurgischen Débridement dar und wird in Europa, USA, Japan und Australien ca. 40.000 mal jährlich angewendet. Ist eine chirurgische Entfernung von Gewebe möglich, sollte diese schnelle und effiziente Methode auch zum Einsatz kommen. Nur in den Fällen, wo eine chirurgische Anwendung nicht möglich ist oder aus ärztlicher Sicht nicht sinnvoll erscheint, sollte eine biochirurgische Entfernung von Gewebe mit den Larven von Lucilia sericata erwogen werden.

Eine Therapie mit den Larven der Goldfliege hat bei der Reinigung von Wunden Vorteile. Die Madentherapie führt aber nicht, wie häufig fälschlich beschrieben, zur Heilung der Wunde. Sie ist nur in der Lage eine Wunde effizient zu reinigen und damit eine von mehreren Vorraussetzungen zu schaffen, dass die Wunde sich schließen kann. Insbesondere die Heilung einer chronische Wunde hängt davon ab, ob die der Wunde zu Grunde liegende Erkrankung, oftmals mangelhafte Durchblutung, beseitigt wird. Ein Débridement allein ist hierzu nicht in der Lage.

Madentherapie kann bei akuten Wunden wie Brandverletzungen oder anderen Hautverletzungen eingesetzt werden. Ein Débridement ist in diesen Fällen auf die durch den Unfall bedingten zerstörten Hautpartien begrenzt. Bei sorgfältiger Dosierung ist die Madentherapie auch hier eine Alternative zur Heilung aus eigener Kraft (autolytische Débridement).

Zur Madentherapie dürfen nur Larven zum Einsatz kommen, deren Herstellung unter streng kontrollierten Bedingungen des europäischen Arzneimittelgesetztes durchgeführt wurde. Hierzu müssen die Anbieter eine Zulassung zur Vermarktung dieses Arzneimittels besitzen. AGILTERA erfüllt diese Vorraussetzung und ist im Besitz einer Herstellungserlaubnis im Sinne der Arzneimittelgesetzes für die Herstellung von Eiern von Lucilia sericata.


Die Madentherapie ist eine sehr effiziente Methode, eine Wunde zu reinigen. Die Larven sind aufgrund spezifischer Substanzen, die sie ausscheiden, in der Lage, das Gewebe zu verflüssigen und als eigene Nahrung zu verwerten. Dabei werden auch große Mengen von Bakterien vernichtet, die sich regelmäßig in Wunden aufhalten. Eine saubere Wunde ist eine wesentliche Vorraussetzung in vielen Therapieansätzen.

Die Madentherapie gilt als schonend und ist weniger gewebezerstörend als das schnelle chirurgische Débridement. Sie kommt daher häufig dann zum Einsatz, wenn der Arzt keine Möglichkeit hat, chirurgisch effizient zu arbeiten, da es an der verwundeten Hautpartie kein ausreichendes Untergewebe gibt, um mit einem Skalpell oder einem scharfen Löffel das abgestorbene Gewebe abzutrennen. Dieses ist regelmäßig an den Füßen und Unterschenkeln der Fall, da dort nur eine dünne Hautschicht die darunter liegenden Knochen, Sehnen und Knorpel von der Umgebung schützt.

In vielen Fällen können die Larven eine infizierte Wunde innerhalb weniger Tage in eine saubere Wunde überführen und so die Behandlung der Wunde erleichtern. Sie wachsen dabei von 1-2 mm zu einer Größe 10 – 12 mm heran. Ein solches Wachstum zeigt einen positiven Therapieverlauf an. Die Anzahl der Larven auf der Wunde ist dabei angemessen zu dosieren, so das Nebenwirkungen vermieden werden.



Maden wirken am Besten, wenn sie freien Zugang zum abgestorbenen Gewebe haben. Jede Form der Trennung von Made und Wunde führt zu einer deutlichen Verringerung der Wirkung.

Zudem ist die Anzahl der Larven, die bei der Madentherapie zum Einsatz kommen, patientenindividuell vom Arzt festzulegen. Hierzu werden die Larven "in die Wunde gezählt".

AGILTERA bietet daher nur Produkte an, die die Dosierbarkeit der Larven optimal gestalten. Fragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Maden, die direkten Zugang zum zerstörten Gewebe haben, werden durch spezielle Verbände, dem AgilPad auf der Haut fixiert und müssen regelmäßig feucht gehalten werden.


Die Anwendung von Larven in der Wunde kann solange durchgeführt werden, bis das abgestorbene Gewebe weitgehend oder vollständig entfernt ist. In Abhängigkeit von der Wundgröße, der Masse abzutragenden Gewebes und der Eigenschaft der Wunde, eher trocken oder eher feucht zu sein, kann die Therapie innerhalb von wenigen Tagen abgeschlossen sein oder bis zu zwei Wochen dauern. Die Dosierung der Larven ist entsprechend einzustellen und Fortschritt des Gewebsabtrags regelmäßig zu kontrollieren. Treten Schmerzen auf, wird lebendes Gewebe angegriffen und der behandelnde Arzt entscheidet über die Fortführung des Heilversuchs.


Es ist nicht ungewöhnlich, wenn eine zuvor nur wenig feuchte Wunde anfängt, deutlich feuchter zu werden. Es "kommt Leben in die Wunde" und die Wunde exsudiert Flüssigkeit. Diese Veränderung zeigt den Beginn der Madenaktivität an. Bei diesem Prozess können charakteristische Wundgerüche auftreten, die aber bei Verbandswechsel wieder zurückgehen.

In der Wunde ist von manchen Patienten die Aktivität der Larven zu spüren – ein Kribbeln wird gefühlt. Wenn sich deutlicher Schmerz einstellt, insbesondere wenn ein Wundschmerz stärker wird als vor dem Therapiebeginn, sollte der Arzt informiert werden. Wenn Sie im Wundbereich schon vor der Behandlung kein Gefühl mehr haben, Schmerzen mithin nicht mehr spüren, teilen Sie dieses dem behandelnden Arzt bitte vor dem Heilversuch mit.

Als Patient können Sie allen Dingen des täglichen Lebens weiter nachgehen. Allein die Wunde stark zu wässern (Baden, Duschen) sollte unterbleiben, weil dadurch der Verband gegebenenfalls gelockert wird und einzelne Maden entweichen können. Auch die Nutzung von Heizdecken oder anderen starken Wärmequellen ist zu vermeiden, wobei Wärmekissen oder Wärmflaschen unproblematisch sind.